Diskriminierung

Ausschnitt von gefalteten Händen einer Person

Wahrgenommene Diskriminierung steht im Zusammenhang mit beeinträchtigter psychischer und physischer Gesundheit (Pascoe & Smart Richman, 2009). Abgeleitet aus der Theorie der Sozialen Identität (Tajfel, 1987) und der „Behaviours from intergroup affect and stereotypes map“ (Cuddy, Fiske, & Glick, 2007), können Minderheiten Opfer direkter (z.B. Bedrohung, Beleidigungen) oder indirekter (z.B. Bevormundung, Ausnutzung) Diskriminierung sein. In Deutschland sind davon u.a. Personen mit Migrationshintergrund betroffen (Igel, Brähler & Grande, 2010). Diskriminierungserfahrungen könnten eine wichtige Erklärung für die erhöhten Raten psychischer Störungen bei Migranten sein (de Wit et al., 2008; Asbrock, Kues, Bodenmann & Mewes, in prep.; Levecque, Lodewyckx, & Vranken, 2007; Mewes, Asbrock & Laskawi, 2015.; Mewes & Rief, 2009). Pascoe und Smart Richman (2009) sowie Paradies (2006) postulieren in ihren systematischen Reviews einen direkten Zusammenhang zwischen wahrgenommener Diskriminierung und psychischer Gesundheit sowie einen indirekten Zusammenhang über Stressreaktionen auf die erlebte Diskriminierung.


Vor diesem Hintergrund werden die Auswirkungen von Diskriminierung auf die psychische und körperliche Gesundheit untersucht. Dies geschieht zum einen in bevölkerungsbasierten Fragebogenstudien (siehe z.B. Mewes et al., 2015) und zum anderen in Labor-experimentellen psycho-physiologischen Untersuchungen (siehe Fischer et al., 2017).


Literatur

  • Fischer S., Nater U.M., Strahler J., Dieterich L., Öczan O., Mewes R. (2017). Psychobiological impact of ethnic discrimination in Turkish immigrants living in Germany. Stress 20(2), 167-174 [doi]
  • Mewes R., Asbrock F., Laskawi J., (2015). Perceived discrimination and impaired mental health in Turkish immigrants and their descendents in Germany. Comprehensive Psychiatry,62, 42-50. [doi]